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Unterwegs auf dem Zürcher Jakobsweg

Sonntag, 30. Juli 2017
Schaffhausen – Rheinau



Unser neuestes Projekt ist gestartet! Bei herrlichem Sonnenschein besammelte sich eine stattliche Anzahl Wanderfreudige auf dem Bahnhof in Elgg.
Mit dem Zug reisten wir nach Schaffhausen; unserem Startort des „Zürcher-Pilgerweges“, welcher von Schaffhausen nach Einsiedeln führt.
Mitten in der Altstadt begrüssten die Verantwortlichen, Yvonne Fuchs und Marianne Roost, alle Mitwandernden herzlich und informierten über den Ursprung der Idee und den Ablauf des Tages. Mit dem gemeinsam gesprochenen Pilgersegen erbitten wir Schutz und gutes Geleit.
Wer zur Stärkung noch eine Tasse Kaffee brauchte, musste auf die Besichtigung des Munots verzichten. So trennten sich unsere Wege. Doch beide Perspektiven waren verheissungsvoll: Dampfender Kaffeegeruch in der Nase oder imposanter Aufstieg zum Munot mit traumhafter Aussicht über die Stadt Schaffhausen und den Rosengarten!
Gemeinsam ging dann das Wandern los, am linken Rheinufer entlang. Im kühlen Schatten der Bäume, konnten wir erste Kontakte knüpfen und Gespräche suchen mit den anderen Teilnehmenden. Bei Flurlingen wechselten wir die Uferseite, wo wir genau zur Mittagszeit einen herrlichen, am Ufer des Rheins gelegenen, Rastplatz erreichten. Das einfache Mahl stärkte unseren Leib, die friedliche, beruhigende Atmosphäre des dahin fliessenden Rheins stärkte unsere Seele.
Vor dem Aufbruch gab uns Yvonne noch einige spannende Informationen zum Thema „Pilgern“ weiter. Dann zogen wir über die grosse Brücke Richtung Schloss Laufen. Was für ein Rummel an diesem herrlichen Sonntag, was für ein Tourismusstrom zum Rheinfall!
Wir entschieden uns, einander in dreissig Minuten unterhalb des Rheinfalls wieder zu treffen. Es konnte der Rheinfall besichtigt, ein Eis gekauft oder ein Kaffee getrunken werden.
Nach diesem eher lauten und turbulenten Erlebnis kündigte Marianne den „Schweigenden Teil“ an. Die nächste Wegstrecke gingen wir schweigend hinter- oder nebeneinander her. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Zu gute kam uns der Anstieg vom Dörfchen Nohl nach Altenburg, wir brauchten die Puste zum Gehen. Die Sonne wärmte unsere Haut, der Wind blies durch unser Haar, der erdige Geruch des Waldes stieg in unsere Nase und blühende Blumen erfreuten das Auge.
Pilgern heisst auch: im Jetzt bleiben. Das Vergangene liegt hinter mir, für die Zukunft ist es zu früh. In diesem Moment fühlte ich mich angekommen.
Bei Altenburg führte uns der Weg wieder zurück an den Rhein. Mit einer kurzen Rast stärkten wir uns für das letzte Wegstück. Bald ist das Etappenziel erreicht. Das Städtchen Rheinau liegt vor uns.
Herrlich eingebettet in der Rheinschlaufe liegt die Klosterinsel Rheinau mit dem gigantischen, pompösen Kirchenbau. Im Innern des Gotteshauses lassen wir die angenehme Kühle und Stille auf uns wirken. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied schliessen wir diesen wunderschönen, ersten Pilger-Tag ab.

Sonntag, 10. September 2017
Rheinau – Flaach



Unsere zweite Pilger-Etappe startet von Rheinau nach Flaach. Die ganze Nacht hindurch trommelt der Regen auf das Dachfenster und manchmal schien der dunkle Nachthimmel so richtig die Schleusen zu öffnen. In Gedanken lege ich mir die Pilger-Regenausrüstung zurecht.

Wie befürchtet, zeigt sich der Sonntagmorgen von der düsteren, dunklen Seite. Voller Spannung erwarten die Wanderleitenden Yvonne Fuchs und Marianne Roost den Aufmarsch der regenfesten, nicht unterzukriegenden Pilger. Eine handvoll Wettertaugliche steigt um 9.00 Uhr in den Zug in Elgg. Über Winterthur führen uns die ÖV via Marthalen, an den Endpunkt unserer letzten Reise und den Startpunkt unserer heutigen Wanderung, nach Rheinau. An dieser Stelle können wir schon allen Zuhausegebliebenen verraten, dass sie einen wunderschönen, erlebnisreichen Tag mit uns verpasst haben. Als wir aus dem Postauto steigen, brechen bereits erste Sonnenstrahlen durch die gelichtete Wolkendecke!

Die Wanderleitung lernt schnell und somit ist der Kaffeehalt im Restaurant „zum Buck“ dieses Mal schon als fester Bestandteil im Programm integriert. Gestärkt mit Kaffee und einem frisch gebackenen Gipfeli brechen wir zur Klosterkirche auf. Mit einer kurzen Einkehr in der Kirche und einem gemeinsam gesungenen Lied, stimmen wir uns auf die heutige Wanderstrecke ein.

Wir starten dem Rebhang entlang, steigen dann zur Hauptstrasse hoch und werfen noch einen letzten Blick zurück auf die Klosterkirche, bevor wir über den Keltenwall auf der anderen Seite wieder hinab ans Rheinufer gelangen. Weiter geht es auf schönen Naturwegen flussabwärts. Nach dieser Regennacht ist es ruhig am Rheinufer. Ab und zu begegnen uns Hundehalter, die ihre Tiere ausführen, einsame Mountainbiker, welche ihr sonntägliches Programm abspulen oder der einsame Kapitän, welcher sich mit seinem leeren Passagierschiff gegen die starke Strömung rheinaufwärts kämpft.

Nach einstündiger Wanderzeit lädt uns eine schöne Grillstelle am Rhein zum Mittagessen ein. Dabei lauschen wir den Erzählungen einer sehr erfahrenen Pilgerin. Wer auf längere Pilgerreise geht, beschäftigt sich immer wieder mit der Packliste. „Was nehme ich auf eine Pilgerwanderung mit, so dass der Rucksack nicht allzu voll und schwer wird“? Jeder für sich geht im Stillen seinen Rucksackinhalt durch. – Auch ich trage unnötigen Ballast mit mir herum: Die Regenbekleidung und der Schirm hätte zu Hause bleiben können! – Erstaunt waren wir Pilger-Neulinge jedoch, als die Geschichtenerzählerin plötzlich Salz- und Pfefferstreuer in Miniatur, nicht grösser als ein Fingerhut, aus ihrem Rucksack zaubert und genüsslich ein gekochtes Ei verspeist. Es lässt sich weiterdiskutieren was in ein Pilgerrucksack gehört und was nicht!

Beim Weiterwandern entdecken wir in einer Waldlichtung das Fundament eines römischen Wachturms. Auf dem Niederholzweg erfreut sich das Auge an dem wunderschönen, lichten Baumbestand von Eichen und Föhren. Dank der speziellen Pflege wachsen hier seltene Pflanzen.

In Ellikon am Rhein gibt es schmucke Riegelbauten zu bewundern. Wir gönnen uns für ein paar Minuten eine Rast unter den schattenspendenden Bäumen. Auf der anderen Uferseite beobachten wir zwei Menschen, die am Ufer an der Glocke ziehen, um ihre Überfahrt auf die andere Rheinseite anzukünden. Sogleich erscheint aus dem ehemaligen Zollhaus ein älterer Herr, der an diesem Sonntag verantwortlich ist, die Wanderer sicher über den Rhein zu bringen.
Dann geht es weiter in das Naturschutzgebiet der Thurauen. Eine ganz andere Landschaft erstreckt sich vor uns. Wir beobachten verschiedene Tiere auf dem Wasser und an Land. Schweigend setzten wir Fuss vor Fuss. Einerseits, um möglichst wenig Tiere zu erschrecken und andererseits um die schöne Landschaft in uns aufzunehmen. Es ist Zeit, für den „stillen Teil“. Auf Waldwegen erreichen wir schliesslich die Thurbrücke.

Jetzt liegt bereits das letzte Wegstück vor uns. Über das offene Feld spüren wir die wärmende Kraft der Sonne und somit verschwindet die letzte Jacke im Rucksack. An Spargel- und Tabakfeldern vorbei, nähern wir uns dem Dorf Flaach. Verschwitzt erreichen wir die etwas erhöht liegende Kirche. Nachdem wir etwas abgekühlt und ausgeruht sind, stimmen wir nochmals ein gemeinsames Lied an. Dann ist es Zeit für die Heimreise. Mit einer schönen Postautofahrt via Neftenbach erreichen wir den Hauptbahnhof Winterthur, wo wir sogleich Anschluss nach Elgg haben.

Im nächsten Jahr pilgern wir weiter! Die Daten werden frühzeitig bekannt gegeben.

Marianne Roost

 
Nächste Anlässe:
Gottesdienst in Elgg
Am 29.10.2017 um 09:30 Uhr
Kirche Elgg, Pfarrerin Elsbeth Abegg
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Ökum. Gottesdienst zum Seniorensonntag in Elsau
Am 29.10.2017 um 11:15 Uhr
Kirche Elsau, Pfarrer Lukas Maurer + GDL Dieter Müller
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Gottesdienst zum Reformationssonntag mit dem Pfarrteam Eulachtal
Am 05.11.2017 um 09:30 Uhr
Kirche Elgg, Pfarrer Kurt Gautschi
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Eulachtaler Gottesdienst in Elsau
Am 12.11.2017 um 09:30 Uhr
Kirche Elsau, Pfarrer Lukas Maurer
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Oekumenischer Gottesdienst im Schulhaus Hagenbuch
Am 12.11.2017 um 10:00 Uhr
Schulhaus Hagenbuch, Pfarrer S. Gruden und M. Pedrazzoli
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AKO Seniorennachmittag
Am 16.11.2017 um 14:00 Uhr
Gemeindesaal Schlatt, Lotti Reifer
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Wort&Musik
Am 19.11.2017 um 17:00 Uhr
Kirche Schlatt, Pfarrer Kurt Gautschi
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Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag
Am 26.11.2017 um 09:30 Uhr
Kirche Schlatt, Pfarrer Kurt Gautschi
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